Vor Weihnachten hat mir die Nachbarin eine Freiland-Poularde von 3,4 kg Gewicht mitgebracht. Das Tierchen ist so halb bio auf einem kleinen Bauernhof aufgezogen worden.
Es wanderte dann erst mal in die Tiefhühltruhe und sollte vor Weihnachten als Coc au Vin zubereitet werden - für Gäste. Leider wurde da nix draus... Schneefall oder so.
Jetzt endlich habe ich sie Sonntag Abend aus der Versenkung gezogen und erst mal 2 Tage im Kühlschrank auftauen lassen. Gestern habe ich sie halbgefroren zerlegt in Brust, Flügel, Keulen, Rücken und Karkasse.
Die Karkasse und die Innereien wanderten in einen großen Suppentopf zusammen mit Suppengrün, Meersalz und Kräutern.
Die Brust mag ich nicht und habe sie gleich wieder eingefroren - der Rest der Familie ist eigentlich nur Brust, die gibt es dann am WE.
Flügel ohne Spitzen, Keulen und Rückenstücke habe ich im Ofen nur mit Salz und Pfeffer braungebraten. Die Flügelchen und 1 Keule habe ich zu Mittag geschafft. Satt.
1 Rückenteil gab es mit 1/2 Avocado, Majo und 1 Rückenstück gestern Abend. Satt.
Heute habe ich die Brühe abgegossen (schöne Fettschicht) und in Gläsern eingeweckt. Den Rest Brühe gab es als Mittagessen mit etwas Kleinfleisch und Innereien. Davon steht jetzt noch ein großer Teil im Kühlschrank.
Der Geschmack ist so unglaublich gut! Wie bei Oma damals... Auch das Fleisch lässt sich keinesfalls mit dem der erbärmlichen Industriehähnchen vergleichen. Viel würziger, fester und aromatischer.
Auch die Brühe schmeckt ohne weitere Zutaten einfach nur köstlich. Sonst habe ich mich immer gewundert, warum die Brühe aus den konventionellen Hühnern so säuerlich und irgendwie komisch schmeckt. Ob ich etwas falsch machte? Die Zutaten waren die gleichen wie bei Oma damals...
Auch der Geruch aus diesen unsäglichen Hühnchengrillwagen ist einfach nur zum Würgen... Ganz anders als früher beim Hähnchen-Franz, einer spezialisierten Gaststätte in meiner Kindheit.
Defintiv liegt der Geschmack (und Geruch) in der Qualität von Huhn/Poularde/Hähnchen begründet!
Bald werde ich die Frau Nachbarin wieder darauf ansprechen.